Harrer & Kassen  HK7

Spektralfotometer

Anwendungsbereich
Farbmessung bezogen auf den Standard nach CIELab. Kontinuierliche online-Bestimmung von Farben und Anzeige/Ausgabe der Abweichungen von der gewünschten Farbe. Farbbestimmung von Produkten mit ebenen Oberflächen, kein grobes Schüttgut.



Richtlinie
Das CIE-Lab-System ist ein Farbraum, der von der internationalen Beleuchtungskommission CIE (Commission Internationale d'Eclairage) im Jahr 1976 festgelegt wurde. Es wurde aus dem CIE-Farbsystems weiterentwickelt und basiert auf dem im Jahr 1931 vorgestellten CIE-Normvalenzsystem. CIELab System ist das heute wohl gebräuchlichste Farbsystem. Anhand des geräteunabhängigen 3D-Farbmodells sollen Farbunterschiede numerisch bestimmt werden. Das Modell ist objektiv und wird zugleich dem menschlichen Wahrnehmungsvermögen nahezu gerecht, indem es versucht den geometrischen Abstand zwischen zwei Farben im Farbraum dem menschlichen Wahrnehmungsvermögen anzupassen.
CIE-Farbraum Vor allem grafische Arbeiten mit Scanner, Drucker und Monitor verlangen Farbgenauigkeit in einem international gültigen Farbprofilraum, der eine korrekte Farbverwendung gewährleistet. Der einheitliche Farbenraum bietet zudem eine größere Auswahl von Farbtönen an, als beispielsweise RGB oder CMYK. Der gemessene Abstand entspricht nicht dem empfundenen Farbunterschied von Farbe durch Testpersonen, deswegen wurde das CIE-Modell mehrfach überarbeitet und daraus CIELab abgeleitet. Es kann geräteunabhängige Farbkodierungen aus dem CMYK- und RGB-Modus in CIELab-Farbwerte umwandeln und direkt in Grafik-SW benutzt werden. Dieses Modell eignet sich besonders bei Körperfarben, während CIE-Luv für die Bewertung von Lichtfarben bei Monitoren und Scannern eingesetzt wird. Wie ist CIELab aufgebaut? Die gemessenen Spektralkurven werden auf drei Koordinaten reduziert.
Die Koordinatenachsen stehen rechtwinkelig aufeinander:
L* ,die Helligkeit, geht von 0 = reines Schwarz bis 100 = reines weiß.
a* stellt die rot - grüne Achse dar. Negative Werte sind grün, die Positiven sind rot.
b* stellt die gelb - blaue Achse dar. Negative Werte sind blau, die Positiven sind gelb.

Damit kann die Farbe exakt im Farbenraum beschrieben werden. Die Berechnung erfolgt unter Berücksichtigung eines Standardlichts und eines Normalbeobachters, das heißt, die Farbwerte werden unter einer definierten physikalischen Bedingung berechnet. Nimmt man die Ebene a* / b* , so erhält man den Farbkreis. An den Rändern liegen die bunten Farben und in der Mitte befindet sich unbuntes Grau.


Funktionalität
Kontinuierliche, geregelte LED-Illumination und Bestimmung der Produktfarbe im Farbraum nach CIELab. Die Auswertung erfolgt im sichtbaren Lichtbereich von 400 – 700 nm. Der Abstand zwischen Sensorik und Produkt ist zwingend absolut konstant zu halten.
Die Farbauswertung, d.h. die Ausgabe der Messergebnisse erfolgt in 4 Kanälen: L*, a*, b* und dE*.

 

HK7 Übersicht


Aufbau
Gehäuse:
   Maße HxBxT
   Schutzart
   Farbe
Alu-Druckgussgehäuse
230 x 280 x 110 mm
IP65 / NEMA 4
RAL 5024

Anschüsse
   Stromversorgung
   4 Analogausgänge
   2 PC Schnittstellen
   Verbindung Sensorik – Auswerteeinheit
   Sensorik


100-240V AC
0/4 - 20 mA
RS 232 oder RS 485
Glasfaserkabel
LED-Illumination mit 9 LEDs
Benutzeroberfläche
   Bedienung
   Anzeige

6 Softkeys in integrierter Folientastatur
2 x 24 Zeichen mit Hintergrundbeleuchtung
Temperaturen
   Umgebungstemperatur
   Produkttemperatur

-20°C - +85°C
 >0°C - +130°C



Meßanordnung
Die Sensorik befindet sich max. 150mm über der zu messenden Produktoberfläche. Die Produktoberfläche ist näherungsweise glatt und eben. Die Produkte (Metalle, Textilien, Lebensmittel, Kunststoffe) werden auf einem Transportband unter der Sensorik bewegt. Feine Pulverprodukte werden durch einen Abstreifer geglättet. Zur Erreichung hochwertiger Messergebnisse muss die Umgebung staubfrei sein. Mit der Option „Druckluft“ kann die Meßstrecke staubfrei gehalten werden.



Applikationen
Das Spektrum möglicher Applikationen ist sehr gross. Das Produktmaterial ist nicht relevant, nur die Produktoberfläche muss näherungsweise glatt und eben sein.
Vorstellbare Applikationen:

  • Kunststoffindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Automobilindustrie
  • Textilindustrie
  • Chemieindustrie
  • Druckindustrie
  • Beschichtungsindustrie
  • Kosmetikindustrie
  • Forschung
  • Beschichtungen von Spanplatten
  • Lackierungen von Blechen
  • Oberflächen von Käseblöcken
  • Textilien, Stoffbahnen
  • Weißheitsgrad von z.B. Zucker
  • Fleischverarbeitung


HK7-Varianten
HK7-1:     Grundausstattung
HK7-2:     Grundausstattung + automatischem Weißabgleich
HK7-3:     Grundausstattung + Weißgradmessung + 3-fach-Sensor
HK7-4:     Grundausstattung + Weißgradmessung + 3-fach-Sensor + automatischem Weißabgleich

Vorteile
Im Gegensatz zu Spektralfotometern des Wettbewerbes arbeitet das HK7 nicht mit Xenon-Flashlight. Die geregelte LED-Illumination sorgt für eine verbesserte Stabilität der Messung.

Technische Daten

Messgeometrie

45/90
Messfleck bei 100mm Abstand ca. d=60mm

Normlichtarten

D65, A, C,

Normbeobachter

2° (1931), 10° (1964)

Farbraum

CIE L*a*b*, dE*

Spektralbereich

400nm – 700nm

spektrale Auflösung

1,3nm

Reproduzierbarkeit

dE=0,1

Messkopfgrösse

80 x 80 x 80mm

Gerätegrösse

230 x 280 x 110mm

Anzeige

Relativwerte, Absolutwerte oder Remissionsspektrum im PC

Kalibrierung

durch mitgelieferten Weißstandard

PC-Schnittstellen

Seriell RS232 / RS485

Stromversorgung

85 – 270 VAC

Schutzart

IP65



Markteinführung
Die Erprobung des Spektralfotometers erfolgt in mehreren Pilotprojekten.
Aufnahme in Katalog/Preisliste sowie Start der Akquisition: Mai 2010.



Pilotprojekte
Pilotphase HK7-Spektralfotometer: Applikation Kunstdarm/Wursthüllen
Pilot Projekt

Pilotprojekt
Pilotprojekt